Dr. Yasin Aktas | Parodontitis die unbekannte Volkskrankheit
Der Begriff Parodontitis beschreibt eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Der Zahnhalteapparat fixiert den Zahn im Kiefer und sorgt dafür, dass unsere Zähne stabil sitzen und in ihrer Lage fixiert bleiben.
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Parodontitis

Der Begriff Parodontitis beschreibt eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Der Zahnhalteapparat fixiert den Zahn im Kiefer und sorgt dafür, dass unsere Zähne stabil sitzen und in ihrer Lage fixiert bleiben. Die Parodontitis führt unbehandelt zu Zahnfleischentzündungen und Kieferknochenabbau, was Zahnlockerungen und Zahnverlust zur Folge hat, sowie weitreichende Folgen für die Allgemeingesundheit.

Parodontitis, die unbekannte Volkskrankheit?

Parodontitis ist die häufigste Erkrankung des Menschen überhaupt. Aus der letzten „Deutschen Mundgesundheitsstudie“ geht hervor, dass 73% der Erwachsenen und 88% der Senioren an Parodontitis leiden, und die meisten wissen nichts von ihrem Schicksal. Warum ist das so? Die Parodontitis verläuft in der Regel chronisch, also meist schmerzlos und deswegen unbemerkt.

Anfängliche Warnzeichen, wie Zahnfleischbluten werden oft nicht ernst genommen und bekommen im Alltag keine große Bedeutung beigemessen. So kann die Erkrankung unbemerkt weiter fortschreiten, bis sich erste Zahnlockerungen bemerkbar machen.

Warum man die Parodontitis ernst nehmen muss?

Vielen sind die Folgen der Parodontitis, wie frühzeitiger Zahnverlust und Verlust der Rot-Weiß Ästhetik bewusst Die Kenntnis über die weitreichenden Folgen der Parodontitis auf die Allgemeingesundheit jedoch ist nicht ausreichend.

Die Größe der Wundfläche bei einer Parodontitis beträgt in etwa 70cm², dies entspricht in etwa der Größe der Handinnenfläche. Würden Sie eine so große Wunde auf der Haut ohne Konsultation eines Arztes tolerieren? Durch diese Wunden gelangen die aggressiven Parodontitiskeime in den Blutkreislauf und damit in den gesamten Körper.

Handfläche
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Wie entsteht eine Parodontitis?

Bei der Parodontitis und Periimplantitis kommt es zu einer Verschiebung der lokalen physiologischen Bakterien-Standortflora. Neben der Entzündungsbereitschaft des Patienten, die einen entscheidenden Einfluss auf die Schwere des Krankheitsbildes hat, sind es besonders Parodontitis-assoziierte Keime, die nachweislich den entzündlichen Prozess mitbestimmen. Das Wachstum dieser anaeroben bzw. fakultativ anaeroben Erreger wird durch die anaeroben Verhältnisse in der Parodontaltasche begünstigt. Die parodontalen Keime der Standortflora werden durch die genannten Anaerobier zurückgedrängt.

Folgen für die Allgemeingesundheit

Das Risiko für die folgenden Erkrankungen steigt: Schlaganfälle, Lungeninfektionen, Herzinfarkte, Diabetes, Frühgeburten, rheumatische Erkrankungen.

Das sollten Sie wissen:

Parodontitis entwickelt sich nur bei Anwesenheit folgender Bakterien:

+ Aggregatibacter actinomycetemmomitans
+ Prevotella Intermedia
+ Porhyromanis gingivalis
+ Treponema denticola
+ Tannerella forsythia

Darüber hinaus gibt es Faktoren, die eine Parodontitiserkrankung begünstigen. Zu den wichtigsten gehören das Rauchen, ein unbehandelter Diabetes mellitus, psychosozialer Stress, Übergewicht, Vitaminmangel, sowie eine Reihe genetischer Veranlagungen. Aber auch hormonelle Veränderungen (etwa in der Pubertät, während des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder der Wechseljahre) können Auswirkungen haben.

Die Parodontitis verursachenden Bakterien können mit Hilfe einer Keimanalyse (Keimtest, Bakterientest) erfolgreich nachgewiesen werden.
Ob eine genetische Veranlagung vorliegt, kann mittels eines Gentests (Interleukinpolymorphismus) effizient untersucht werden.

Verlauf und Symptome einer Parodontitis

Darüber hinaus gibt es Faktoren, die eine Parodontitiserkrankung begünstigen. Zu den wichtigsten gehören das Rauchen, ein unbehandelter Diabetes mellitus, psychosozialer Stress, Übergewicht, Vitaminmangel, sowie eine Reihe genetischer Veranlagungen. Aber auch hormonelle Veränderungen (etwa in der Pubertät, während des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder der Wechseljahre) können Auswirkungen haben. Ob eine genetische Veranlagung vorliegt kann mittels eines Gentests (Interleukinpolymorphismus) effizient untersucht werden.

160504_Yasin_Verlauf_Parodontitis_Gesunder Zahn
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160504_Yasin_Verlauf_Parodontitis_Stadium 2
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Gesundes Zahnfleisch

Gesundes Zahnfleisch ist blass rosa und füllt die Zwischenräume zwischen den Zähnen vollständig aus. Es blutet bei Berührung und bei der täglichen Zahnpflege nicht. Die Zähne sind frei von Belägen.

Gingivitis (Entzündetes Zahnfleisch)

Das erkrankte Zahnfleisch ist gerötet, blutet leicht bei Berührung, bei der täglichen Zahnpflege und ist geschwollen. Die Zähne weisen einen verfärbten, aus Bakterien und bakteriellen Bestandteilen bestehenden Belag.

Parodontitis (Entzündeter Zahnhalteapparat)

Das Zahnfleisch füllt nicht den Raum zwischen den Zähnen aus. Es ist gerötet und teilweise geschwollen. Die Zähne sind gelockert und erscheinen länger. Es sind Zahnfehlstellungen zu erkennen.

Die Therapie

LUZEP Methode

Die LUZEP Methode revolutioniert die Parodontaltherapie. Der Laser, der über eine Größe von drei menschlichen Haaren verfügt,  wird sanft zwischen dem Zahn und dem Zahnfleisch eingesetzt, um das kranke Gewebe innerhalb der Zahntasche zu entfernen. Der Laser entfernt das kranke Gewebe und tötet die Bakterien ab, die zu Zahnfleischentzündungen führen, während er das gesunde Gewebe unverletzt lässt.

 

Mithilfe dieser Methode wird eine effizientere Entfernung der Konkremente erzielt, da ein besserer Zugang zur Wurzeloberfläche möglich ist. Spezielle Ultraschallansätze lösen diese Ablagerungen und glätten die Wurzeloberfläche, sodass keine neuen Ablagerungen entstehen können. Wenn die Oberflächen gereinigt sind, kommt der Laser erneut zum Einsatz, um die Taschenböden zu sterilisieren. Dieser Vorgang führt des Weiteren dazu, dass das Blut gerinnt und eine Wundabdichtung um den Zahn erfolgt. Die so geschaffene sterile Tasche stellt die ideale Voraussetzung für die schmerzarme Regeneration des Gewebes dar und vermeidet in der Regel das unnötige Aufschneiden des Zahnfleisches.

 

Die Vorteile auf einen Blick:

+ Das unnötige Aufschneiden des Zahnfleisches wird vermieden
+ Der Verlust des gesunden Zahnfleischgewebes wird reduziert, welcher bei herkömmlichen Methoden zu einer Sensibilisierung der Zähne führt
+ Der Schmerz während und nach der Therapie wird vermindert, oder sogar vollkommen unterbunden
+ Die Selbstheilungskräfte des Körpers werden gefördert und der Heilungsprozess auf ein Minimum reduziert

MMP8 Test

Der dentognostics aMMP-8 Test erlaubt erstmals eine Frühdiagnostik, bevor zerstörende Prozesse aktiv werden. Der Test bestimmt ein Enzym, welches als Marker für Entzündungen im parodontalen Bereich dient. Noch bevor das Gewebe abgebaut wird, kann das Enzym in erhöhter Menge festgestellt werden. Somit stellt der Test einen echten diagnostischen Gewinn dar, von dem der Zahnarzt und auch der Patient profitieren. Übrigens gilt diese Kollagenase in der Allgemeinmedizin als Marker für eine erhöhte Gefahr von Frühgeburten, dem Vorhandensein koronarer Herzkrankheiten und dem metabolischen Syndrom. Erhöhte MMP-8 Plasmakonzentrationen korrelieren z.B. mit dem Schweregrad koronarer Herzkrankheiten.

 

Die noninvasive Probennahme dauert nur 30 Sekunden und ist für Sie völlig schmerzlos. Mit kleinen löschblattähnlichen Membranstreifen aus Kunststoff wird Sulkusfluid aus 4 Zahnfleischtaschen aufgesaugt und zu einem speziellen Labor nach Jena geschickt. Analog erfolgt die Entnahme bei Implantatpatienten. Je nach Schweregrad der Entzündung wird die passende Therapie zusammengestellt.

Bakterien- und Keimtest

Mit sterilen Papierspitzen werden Proben aus den tiefen Zahnfleischtaschen entnommen und an ein mikrobiologisches Labor gesandt. Bereits nach wenigen Tagen erhalten wir eine detaillierte Analyse (Antibiogramm) über Anzahl und Art der Bakterienstämme, die die Zahnfleischtaschen besiedeln und schädigen. Mit Hilfe dieser Analyse kann eine individuelle Therapie ausgearbeitet werden, um die sehr widerstandsfähigen Keime abzutöten. Je nach Befund kann der Einsatz von Antibiotika nötig und sinnvoll sein. Der Einsatz von Antibiotika kann sowohl lokal als auch systemisch erfolgen.

Behandlungsablauf

1. Sitzung

2. Sitzung

3. Sitzung

4. Sitzung

1. Sitzung

Das Kennenlernen und die Besprechung Ihrer Wünsche sind das Kernelement der ersten Sitzung. Fotos werden erstellt, anhand derer man am selben Tag Möglichkeiten digital visualisiert und bespricht.