Dr. Yasin Aktas | Impantologie - Feste Zähne für ein einen Perfekten eindruck
Festsitzende Zähne sind natürliche Kennzeichen von Vitalität und Ausstrahlung. Implantate sind heute bei Zahnersatz das Mittel der Wahl. Für Sie als Patient bedeutet das mehr Freude beim Sprechen,
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Implantologie

Festsitzende Zähne sind natürliche Kennzeichen von Vitalität und Ausstrahlung. Implantate sind heute bei Zahnersatz das Mittel der Wahl. Für Sie als Patient bedeutet das mehr Freude beim Sprechen, Lachen, genussvollem Essen und das gute Gefühl der Sicherheit. In diesem Patientenbuch möchten wir Sie über die Implantologie aufklären, Fachterminologie erläutern und Ihnen anhand von Fallbeispielen zeigen, welche ästhetischen und funktionalen Ergebnisse mit Implantaten möglich sind.

Warum verlieren wir Zähne?

Pathologische Gründe

Karies ist eine Erkrankung des Zahnes selbst und wird durch Bakterien verursacht. Diese Bakterien besiedeln in einem dünnen Film die Zahnoberfläche und schädigen den Zahnschmelz und dann das Zahnbein mit Säureattacken, für die sie vorwiegend Zucker benötigen. Karies ist auf mangelnde Mundhygiene zurückzuführen. Wird sie erst spät entdeckt und hat sich bis auf den Zahnnerv ausgebreitet, kann man den Zahn oftmals nicht mehr retten und er muss gezogen werden.

 

Parodontitis ist eine häufig auftretende Entzündung vom Zahnhalteapparat bei Erwachsenen, die vielfach zu Zahnverlust führt. Dabei besteht eine Infektion mit Keimen, die nicht zur gesunden Mundflora gehören. Die Folge ist, dass Zahnfleisch und Kieferknochen sich zurückbilden und die Zähne mangels fester Verankerung ausfallen.

 

Tumorerkrankungen werden mit Chemo- und Strahlentherapien behandelt. Vor allem die Chemotherapie kann zu einer erhöhten Anfälligkeit für Zahn-Karies führen, im Besonderen wenn Entzündungsherde oder Infektionsherde im Bereich der Zähne vorhanden sind. Zähne können aber auch durch ständiges Erbrechen Schaden nehmen. Darüber hinaus können beide Therapien, die darauf abzielen Tumorgewebe zu schädigen, auch gesundes Schleimhautgewebe schädigen und so zu Zahnverlust führen.

Traumatische Gründe

Nach einem unfallbedingten Zahnverlust wird der zahntragende Kieferknochen in Höhe und Breite rasch abgebaut, denn er wird vom ausgeschlagenen Zahn nicht mehr benötigt, womit auch das Zahnfleisch verloren geht (Zahnfleischrückgang). Die Nachbarzähne kippen nach dem Zahnverlust durch den Zahnunfall in die Zahnlücke, und Zähne aus dem Gegenkiefer wachsen heraus und suchen sich den Weg in die Lücke hinein. Durch den Zahnausfall leidet das Aussehen, sodass die Zahnästhetik und die Aussprache gestört sein können, wenn die Zahnlücke nicht umgehend versorgt wird.

Genetische Gründe

Nichtanlage beschreibt das Fehlen eines permanenten Zahnes. Unter dem betroffenen Milchzahn ist also kein bleibender Zahn angelegt, d.h. bei Verlust des Milchzahns entsteht in dieser Stelle eine Zahnlücke. Eine Zahnlücke ist für das restliche Gebiss statisch ungünstig. Die Nachbarzahne haben nun keine seitliche Abstützung mehr und können in die Lücke hinein kippen. Die Zähne im Gegenkiefer werden beim Kauen ebenfalls nicht mehr abgestützt und können sich in die Lücke hinein verlängern.

Was sind Zahnimplantate?

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Wurzel, die an Stelle der eigenen Zahnwurzel in den Kieferknochen eingesetzt wird. Durchmesser und Länge gleichen der eigenen Zahnwurzel. Ein Zahnimplantat heilt in den Kieferknochen ein, da sich im Knochen Zellen (Osteoblasten) befinden, die eine Knochenschicht direkt auf dem Implantat bilden. Für eine langfristige Haltbarkeit der Implantate ist sowohl die Einwachsung des Implantats in den Knochen (Osseointegration), als auch die Integration in das Weichgewebe, d.h. in das Zahnfleisch (Periointegration) entscheidend. Die Beschichtung des Implantats kann sich sehr positiv auf diese Prozesse auswirken und hat daher eine große Bedeutung.

Als Implantat (1) bezeichnet man nur den Teil, der im Knochen ist. Obwohl Sie das Abutment (2) nie sehen werden, sorgt es mit Hilfe einer Abutmentschraube (3) für die perfekte Verbindung zwischen Ihrem Implantat und dem Zahnersatz, wie z.B. einer Zahnkrone (4). Denn ohne ein Abutment gäbe es keinen endgültigen Zahn.

implantat
Implantat_aufbau

Titanimplantate

 

+ langjährige Erfahrung
+ gute Einheilung
+ kann subgingival abheilen
+ kurze Einheilzeit – sofortbelastbar
– gelegentlich Abwehrreaktion des Immunsystems (1 von 20000)

Keramikimplantat

 

+ Biokompatibel
+ keine Abwehrreaktion bekannt
– kein Kaudruck während der Einheilzeit
– Knochenaufbau muss vor der Implantation durchgeführt werden

Was versteht man unter Implantologie?

Unter Implantologie in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde versteht man das Einbringen  eines biokompatiblen metallischen Körpers in den Kieferknochen, um (zu einem späteren Zeitpunkt) einen künstlichen, ästhetischen Zahnersatz darauf zu befestigen und so die physiologischen Aufgabengebiete des Mundes wieder herzustellen und die Knochenatrophie zu verhindern bzw. verlangsamen.

 

Heute sind dentale Implantate ein fester Bestandteil der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Die Erfolgsraten liegen über 95 % und beziehen sich auf einen Nachbeobachtungszeitraum von über 5 Jahren. Es gibt dabei unterschiedliche Prinzipien in der Implantologie, die jeweils nach Belastungs-, Implantationszeitpunkten, oder nach Prothetik eingeteilt werden.

Einteilung nach Belastungszeitpunkt

Sofortbelastung: Die Suprakonstruktion (auf einem Implantat befestigter Zahnersatz) wird am Tag der Implantation, oder aber innerhalb von 48 Stunden eingebracht. Durch die Sofortbelastung kann die gesamte Behandlungsdauer signifikant reduziert werden. Von besonderer Bedeutung für die Sofortbelastung sind: Primärstabilität, Mikrobewegung sowie Knochenqualität und -quantität. Die Primärstabilität ist die Festigkeit eines Implantates unmittelbar nach der Insertion und wird mittels Drehmoments bei der Insertion angegeben. Sie ist abhängig von Form und Länge des Implantates sowie von der Knochenqualität.

Verzögerte Sofortbelastung: Die Suprakonstruktion wird in einem zweiten operativen Eingriff nach Freilegung des Implantats angebracht. Im Vergleich zu den klassischen Werten von drei beziehungsweise sechs Monaten, ist die Einheilzeit verkürzt.

Verzögerte Belastung: Die Suprakonstruktion wird nach Abwarten der konventionellen Einheilfrist von drei bzw. sechs Monaten eingegliedert. Hierbei unterscheidet man nochmals zwischen dem modifizierten einzeitigen Vorgehen, der transmukosalen Implantation und dem klassischen zweiseitigen Vorgehen mit submuköser Einheilung und einem zweiten Eingriff mit Freilegung.

Einteilung nach Implantationszeitpunkt

Sofortimplantation: Sofortige Implantation nach unmittelbarer Extraktion oder nach Abheilung der Weichteile in die knöcherne, noch nicht ausgeheilte Alveole.

 

Verzögerte Sofortimplantation: Die knöcherne Ausheilung hat begonnen, ist aber noch nicht abgeschlossen. Die Schleimhaut über der Alveole hingegen ist verschlossen. Implantation ca. 6-8 Wochen nach Extraktion.

 

Verzögerte Implantation (Spätimplantation): Implantation in die knöchern ausgeheilte Alveole, in der Regel 3-4 Monate nach Zahnextraktion, zum Teil sogar noch später.

Einteilung nach Prothetik

Einzelzahnimplantat: Das Einzelzahnimplantat ist bei gesunden Nachbarzähnen state of the Art und die eleganteste Lösung, das Lächeln wieder vollständig herzustellen. Dabei werden einzelne Zähne, die unfallbedingt, durch Parodontitis, Karies oder erfolgloser Wurzelkanalbehandlung bzw. Wurzelspitzenresektion verloren gegangen sind, durch das Einbringen eines Implantats mit einer Krone ersetzt. Es handelt sich dabei um festen Zahnersatz, d.h. dass Krone und Implantat eine nicht herausnehmbare Verbindung haben.

 

Frontzahnimplantat: Eine Zahnlücke im Frontzahnbereich durch ein Implantat zu versorgen, stellt einen Sonderfall des Einzelzahnimplantats dar und ist fast immer eine Herausforderung. Bei einem Frontzahnimplantat geht es nicht allein darum, die Kaufunktion wiederherzustellen oder eine Lücke zu schließen. Die Schneidezähne sind das Erste, was man beim Sprechen oder Lächeln sieht und sind daher für Ihr ästhetisches Empfinden, Selbstbewusstsein und Verhalten entscheidend.

 

Implantatgetragene Brücken: Wenn mehrere Zähne nicht mehr gerettet werden können oder bereits fehlen, eignet sich eine feste Zahnbrücke als Zahnersatz. Diese hat den Vorteil, dass nicht jeder einzelne Zahn durch ein Implantat ersetzt werden muss. Um die Zahnbrücke zu befestigen, werden mindestens 2 Implantate als Brückenpfeiler gesetzt. Auf ihnen kann diese dann befestigt werden.

 

All-on-4® / 4-Comfort®: Das All-on-4® Behandlungskonzept bietet bei einem zahnlosen Kiefer eine effiziente und wirksame Versorgung auf nur 4 Implantaten. Die Versorgung auf nur vier Implantaten mit Sofortbelastung eignet sich für beinahe jede Knochenqualität, und eine Versorgung mit einer festsitzenden Brücke ist noch am selben Tag möglich.

 

Das Multi-Unit-Behandlungskonzept auf vier bzw. sechs Implantaten: Das Mulit-Unit Behandlungskonzept basiert auf der Verwendung von vier/sechs Implantaten im zahnlosen Kiefer. Ziel ist es, aufwendige Augmentationsverfahren zu umgehen und den vorhandenen Knochen optimal zu nutzen (Zone 1 und 2 Abb.1). All diesen Systemen ist die Neigung der distalen Implantate zur Umgehung kritischer Nachbarstrukturen (Kieferhöhle, Nervaustrittspunkt) und zur Vergrößerung des Unterstützungspolygon, gemeinsam. Sofortbelastung?

Die Knochenqualität

Der Knochen spielt in der Implantologie eine entscheidende Rolle. Zum einen soll seinem Abbau mithilfe von Implantaten entgegengewirkt werden, zum anderen werden in ihm die Implantate verankert, daher ist seine Qualität für eine Implantation von Bedeutung. Knochen besteht zu 70% aus anorganischen Bestandteilen, genauer den Mineralien Calcium und Phosphat, welche in Form von Apatitkristallen vorliegen. 20% sind organischer Natur. Hauptbestandteil dessen ist Kollagen Typ1. Die restlichen 10% bestehen aus Wasser.

 

Aus zahnmedizinischer und implantologischer Sicht ist die Einteilung des Knochens in unterschiedliche Qualitätsstufen von Bedeutung, da die Knochendichte einen primären Einfluss auf die Implantatmodalitäten hat. Man unterteilt sie in vier Gruppen, D1 bis D4:

D1=dichte Kompaktastruktur
D2=poröse Kompaktastruktur
D3=grobkörnige Trabekelstruktur
D4=feine Trabekelstruktur

160503_Yasin_knochenstruktur

Es sind also zwei entscheidende Kriterien für die Behandlungsplanung maßgeblich: zum einen das Knochenangebot und die Frage, ob eine Knochenaugmentation erwünscht ist oder nicht. Insbesondere größere Augmentationsverfahren sind invasiv, zeitintensiv, kostspielig sowie mit einer höheren Patientenmorbidität verbunden. Zum anderen spielt die Ästhetikanalyse eine entscheidende Rolle. Dabei muss die Lippen-/Lachlinie, die Lippenlänge, sowie die Sichtbarkeit der Front- und Seitenzähne berücksichtigt werden. Betrachtet man das Orthopantomogram des Oberkiefers (Abb. Z), so lässt sich dieser in drei Zonen einteilen. Zone 1 ist die Region zwischen den Eckzähnen, Zone 2 die Prämolarenregion und Zone 3 die Molarenregion. Daraus ergeben sich wie in Abb.X dargestellt, insgesamt drei Behandlungsmöglichkeiten für den festsitzenden Zahnersatz ohne Knochenaugmentation für den Oberkiefer. Der Unterkiefer ist in zwei Zonen unterteilbar, Zone 1 ist der Interforaminale Bereich, während Zone 2 den Molarenbereich darstellt (Abb.Y). Somit ergeben sich für den Unterkiefer zwei Lösungen für den festsitzenden Zahnersatz.

Behandlungsablauf

01

02

03

04

1. Sitzung

Zunächst findet ein ausführliches Beratungsgespräch statt. Hier klären wir Sie über den für Ihre persönliche Situation erforderlichen Behandlungsablauf auf und beantworten all Ihre Fragen. Anschließend erhalten Sie einen Heil- und Kostenplan. Entscheiden Sie sich für ein oder mehrere Implantate, ist im nächsten Schritt eine ausführliche Diagnostik und Behandlungsplanung notwendig. Die Untersuchung erstreckt sich auf die Beurteilung der gesamten Mundhöhle, der Schleimhaut, der Zähne und der Kieferknochen. Dann wird die Implantation anhand von Röntgenbildern und Gipsmodellen Ihres Kiefers genau geplant. Um den Knochen und die Lage anderer wichtiger Strukturen genau beurteilen zu können, ist manchmal eine Computertomographie (CT) erforderlich.

Geschichte der Implantologie

Der Wunsch, verloren gegangene Zähne zu ersetzen, lässt sich weit in der Geschichte der Menschheit zurückverfolgen. Nach Auswertung von Ausgrabungen wurden bereits im Ägypten vor 4500 Jahren Pharaonen zwecks Vollkommenheit bei der Bestattung mit Holzgebissen ausgestattet. Versuche, verloren gegangene Zähne durch homöo- oder alloplastisches Material zu ersetzen, gehen nach Marziani bis in die präkolumbianische Zeit (vor 1492) zurück. Die große Anzahl von Misserfolgen ließ die „Implantologie“ aber im 19. Jahrhundert vorerst wieder in den Hintergrund treten.

 

Im beginnenden 20. Jahrhundert wurde mit einem korbähnlichen, käfigartigen Hohlimplantat aus einer Platin-Iridium-Legierung, das als eines der ersten Formen des enossalen Implantates galt, experimentiert. Weitere Versuche folgten mit holzschraubenähnlichen Implantaten, die aus Vitallium – einer Chrom-Kobalt-Molybdän-Legierung – bestanden. Diese wurden in frisch extrahierte oder chirurgisch geschaffene Alveolen eingesetzt.

1969 experimentierten Per-Ingvar Brånemark mit Titan. Durch ihre Beobachtungen mit dem Werkstoff stellte er fest, dass es zur Ausbildung einer funktionellen und strukturellen Verbindung zwischen dem organisierten lebendigen Knochen und dem nicht biologischen Titan kommt. Brånemark gilt seit jeher als Gründervater der modernen Implantologie.

 

Durch die rasante Weiterentwicklung zwischen 1970 und 1980, die zu einer wissenschaftlich begründeten Implantologie als Therapie geführt hat, wurde sie von der DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde) 1982 in Deutschland anerkannt.